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RELAXED DURCH DEN SOMMER AUF RÜGEN 2019

Ein Gäste-Beitrag von Gundula & Wolfgang J.S. Weiher

Blog Haus Colmsee Beitrag 01 Weiher Binz Zelt

Wir wollten abschalten, am Strand lang laufen, leckeren Fisch essen, in der Ostsee plantschen (scherzzz!) - einfach das herrliche Urlaubswetter Mitte August dieses Jahres hier oben genießen und, und, und . . .das haben wir auch alles ‚geschafft‘!

Dann kam es doch noch viel besser, vor allem an den Abenden: am langgestreckten breiten und flachen Sandstrand von Binz auf der Insel Rügen und unserem Domizil in einem typischen Haus* der Bäderarchitektur nahe der Granitz bis fast nach Prora hin, also auf einer Länge von gut 3 Kilometern, fanden in dieser Zeit an mehreren Abenden hervorragende LIVE Konzerte besonders von jungen Künstlern statt. Einige davon direkt am Strand vor unserer alt-ehrwürdigen Pension, also keine 100 Meter entfernt. Dort war im Sand ein wunderbares Zelt-Dach (Foto) über einer Bühne aufgebaut, so ähnlich, wie ein großes Beduinenzelt; nur eben keine Seitenwände. Man hatte also von allen Seiten einen guten Blick auf das Geschehen auf und vor der Bühne und mit Blick hindurch. Alles klar??? Davor, bzw. daneben, zwei Möglichkeiten, sich mit Getränken – die Caipirinhas dort werden Gundula und mir wohl noch lange in bester Erinnerung bleiben(!) – und/oder kleinen Snacks versorgen! Das Publikum saß oder lag im großen Rund . .  . natürlich im Sand oder auf einer Decke, das eine Mal vielleicht ca. 50, 100 oder 200 Gäste, ein anderes Mal mögen es an die 500 und mehr gewesen sein. Alles war friedlich, gelassen, entspannt. >>

Okay, die beiden Konzerte von ED SHEERAN auf dem Messegelände in Hannover einige Tage zuvor vor insgesamt  fast 150 000 (!!!) Zuhörern waren natürlich Super Klasse. Hier jedoch war es ebenfalls SUPER, super leger! Hatte auch etwas ganz Besonderes: einfach einmalig Schönes! Und dazu kam, dass es sich ja um den westlichen Teil der BALTIC SEA handelte, jene – wie wir sie nennen - Ostsee also, in die ich, manches Mal zum Leidwesen meiner Eltern und Groß-Eltern, bereits als gerade mal Fünfjähriger vor vielen Jahren (smile) in voller Montur, das hieß damals im Matrosen-Anzug, in die Ostsee gelaufen bin . . .Ja, ja, auch dieses Mal wieder: MEMORIES ARE MADE OF THIS!

Blog Haus Colmsee 02 Weiher Binz Graziella

Nun aber zum Star-Duo, das wir am ersten Abend kennenlernen durften: GRAZIELLA SCHAZAD, Ende 30, in Berlin geboren, heute im Duo mit ihrem Partner am Bass, sie selbst an der Gitarre bzw. der Geige und dazu eben ‚am Gesang‘! Einfach beeindruckend diese Performance! Und graziös (Foto); Graziella gekleidet, wie es zu einem ‚Beduinen‘-Zelt einfach pass, luftig und locker. Der leichte Wind trug zu diesem Erscheinungsbild bei und verstärkte diesen grazilen Eindruck noch. Früh schon gestartet als Solokünstlerin, zog sie ca. 2010 nach Hamburg, erwartete gerade ihr erstes Kind; dieser Junge ist heute 10 Jahre alt . . . und hat inzwischen ein Schwesterchen. Damals trat sie, auch, als sie schon schwanger war, noch in der FABRIK in Hamburg auf, jener stadtbekannten Location, in der wir vor ein paar Jahren zum ersten Mal eine meiner Lieblingsbands aus den USA, die MAVERICKS, erleben durften! 

Auf die Kids passte an diesem Weekend im August 2019 während ihres Auftritts in BINZ der Papa in Hamburg auf. Ich meine, alle zusammen wohnen nach wie vor dort im berühmt-‚berüchtigten‘ Schanzenviertel. Alben? Feel Who I Am, Look At Me, Take On Me und andere. Hier und heute: ein Song schöner als der andere. Klasse! Diese junge Frau hat schon jetzt eine Karriere gemacht und sicherlich noch weitere Erfolge vor sich! Zusammen mit ihrem Bassisten boten sie ein exklusives Konzert über rund zwei Stunden!

Blog Haus Colmsee 03 Weiher Binz Henry

Zuvor hatten auf dieser Bühne bereits HENRY AND THE WAITER (Foto) aufgespielt. Ganz andere Songs, ganz andere Art, genauso begeisternd. Nein, sie hatten keinen STORM&STRESS verbreitet (Text ihrer brand-neuen Single). Eher alle VIER total sympathisch: Boss HENRIK  und dem Alphabet folgend BENJAMIN, CHRISTOPH und DANIEL, sind – wie sie selbst sagen - ‚irgendwo zwischen Electro Pop und Indie Rock‘ zuhause, haben jedoch keine Probleme, sich auch in anderen Genres  wohl zu fühlen! Uns haben sie sehr gut gefallen. Sie sind jeden Monat unterwegs, quer durch halb Europa . . . schön, Jungs, euch alle einmal erlebt zu haben . . . hier in BINZ unter dem Zeltdach am Strand. Auch dieser Auftritt gefiel uns! Bravo!

Blog Haus Colmsee 04 Weiher Binz Timo

An einem anderen Abend – selbe Stelle. Zunächst ein junger Mann u. a. am selbst geschnitzten Didgeridoo – herrlich, alles professionell von ihm selbst vorbereitet und eingespielt: ein junger Vollblutmusiker und auch ein Weltenbummler, der seine Touren vielfach in und mit seinem umgebauten Camping-Bus absolviert und, wie er es selbst beschreibt ‚mit einem Koffer voller Songs‘ z. B. durch Europa reist . . . schöner Gedanke, auch für mich noch, habe ich doch vor Jahrzehnten ebenfalls meine Reisen mit dem Fahrrad vor allem durch Dänemark, Süd-Schweden, die Niederlande (!) oder auch Belgien und Frankreich unternommen: wunderbare Erinnerungen – die bleiben! Immer von Jugendherberge zu Jugendherberge! 

Stets überrascht er seine Zuhörer mal mit fetzigen Beats, mal mit akustischen Klängen und greift mit seiner liebevoll ‚ONE-MAN-BAND‘ genannten Ein-Mann-Truppe immer mal wieder auch zu Instrumenten wie Mundharmonika und dem Loop-Pedal (muss er mir irgendwann später mal genauer erklären) oder auch mit beatboxing (hä?, das bitte auch!) also mal live, mal  wieder nicht, mal gemixt – die vielen Fachausdrücke dafür, wie man das alles wuppt, kenne ich gar nicht! Er, das ist: TIMO PANKAU, INDIE/FOLK/SINGER & SONGWRITER, unkompliziert und kommunikationsfreundlich – auch zu mir als Journalisten, im Laufe seines Vortrags schon kamen wir in einer Pause ins Gespräch, nach seinem Auftritt in der dann folgenden Pause, mischte er sich ‚unter das Volk‘, zu Freunden wohl: und alle saßen im weichen warmen hellen Sand und lauschten bereits einer zweiten Band: dazu sandte die allmählich ins Meer sinkende Sonne ihre letzten warmen Strahlen. Hatte ich noch nicht gesagt: einfach traumhaft! Und das Schöne: diese Konzertreihe hier am Strand nur ein paar Schritte (echt) entfernt vom Ende der charmanten Promenade am Müther-Turm und auch dem Grand Hotel Binz, und trotzdem ganz für sich idyllisch am Meeressaum, soll auch 2020 aufrecht erhalten werden. Gute Aussichten also. 

Wiederum ein weiteres Konzert. Selber Strand, gleiche Location: wiederum das einladende Beduinen-Zelt. Übrigens alles geplant, zu Beginn aufgestellt und nach dem letzten Tag auch wieder abgebaut, von Beauftragten der Kurverwaltung Binz: umsichtig, engagiert, professionell, die zwei engagierten Herren aus Neustrelitz.

Blog Haus Colmsee 05 Weiher Binz Moira

Diesmal wurde es (manchmal) ein wenig laut, auf jeden Fall temperamentvoll und turbulent. Ein Duo  aus dem Norden, mit Können, vielen der heutigen Besucher (einige waren sogar extra zu diesem Konzert angereist; ich denke da z. B. an ein liebenswertes Pärchen aus dem Spreewald) hier schon seit Jahren bekannt, dem urkomisch anmutenden Namen NERVLING (Foto). Mit richtigem Namen heißt die Lady ja MOIRA SERFLING, von der Insel Sylt stammend und Sänger und Gitarrist TOM BAERTZEL aus Kiel. Zusammen haben sie im Laufe der vergangenen 10 Jahre schon eine Reihe von CDs produziert. Ob ich wohl eine davon haben könnte: Klar, Wolfgang (wir hatten uns schon vor dem Konzert ein wenig kennengelernt), Visitenkarten und auch Gedanken zur Musik und der Welt ausgetauscht und dabei festgestellt, dass wir vier alle schon ein oder mehrmals fast die ganze Welt umreist hatten . . . und demzufolge auch gemeinsam davon schwärmen konnten: uns verbanden Besuche vor allem in der Karibik, in Australien und New Zealand, und auch der Südsee. A propos Südsee: ein Song von Moira, sich selbst auf der Ukulele begleitend, ist auf RAIATEA entstanden. Kenne ich, die Insel. Irre Geschichte. Auf einem geplanten Flug von Tahiti Richtung Bora Bora verpasste unsere Maschine beim nicht ganz leichten Landeanflug gleich zweimal im Sturm die schmale Landepiste dort und der (Gott sei Dank erfahrene) britische Pilot musste zweimal durchstarten, dann erfuhr er, dass es auf der rund 30 Meilen entfernten Nachbar-Insel RAIATEA zwar auch stark regnete, jedoch fast windstill war. Die Landung dort klappte, der Flieger wurde aufgetankt. Beim Aussteigen aus der recht kleinen Maschine spürte ich, wie meine Beine immer noch zitterten . . .Ein spendierter cooler Drink  von AIR TAHITI tat da schon gut – smile . . . draußen im warmen Regen unter einer der Tragflächen stehend, nur mit kurzer Hose bekleidet und – natürlich – barfuß: werde ich nie vergessen!!!!

Was lag also näher, als dass ich mir eine CD aussuchte, die während einer dieser Reisen entstanden war: NERVLING. Ich gebe zu, ein seltsamer Name, wenn man sich mit Power-Frau MOIRA eine Weile hat unterhalten können, erfährt man(n) auch die Geschichte dazu – smile! 

Es ist ratsam, sich mal im Internet NERVLINGS INFO anzuschauen. Es beginnt mit den Worten:

„EINFACH MAL LOSLEGEN EINFACH MAL DEM HERZEN FOLGEN
GENAU DAS TUN, WAS EINEN GLÜCKLICH MACHT UND PLÖTZLICH MACHT MAN AUCH ALLE UM SICH HERUM  GLÜCKLICH!"

Vieles weitere aus dem musikalischen Leben erfährt man dann dort.

Auch die wahre Story von Toms Unfall auf dem Motorrad gerade erst vor wenigen Wochen bei der ersten gemeinsamen Motorrad-Ausfahrt auf dem Rückweg vom Ratzeburger See in einer Kurve. Auch da half den Beiden ihre stets positive Grundhaltung. Und uns und vielen Hundert an diesem Abend Open Air am Strand der Binzer Bucht bescherten sie eine große Portion davon. DANK, danke, danke – es ist wunderbar, euch kennen gelernt und erlebt zu haben. ‚ALL THE BEST TO BOTH OF YOU, WE REALLY DO HOPE TO SEE YOU AGAIN’ sagen hier schon einmal Gundula & Wolfgang aus dem Hannöverschen, Fotografin und Reporter von und für www.country-mag.de!

Blog Haus Colmsee 06 Weiher Binz Kimkoi

Einen hab’ ich noch: andere Bühne weiter westlich, etwa Strandzugang 32. KIMKOI (Foto mit Reporter)! Auch direkt am Strand, diesmal vor dem RUGARD THERMAL STRANDHOTEL, aber seeseits vom Hotel aus gesehen. Wir treffen sie erstmals direkt am runden Platz vor der Binzer Seebrücke. Live und unplugged. Die Jungs gefallen uns. Beim kurzen Gespräch informierten sie uns, dass sie am Abend dann dort (s.o.) an einer Strandbar auftreten würden. Es war unser vorletzter Tag auf Rügen. Also? Nichts wie hin! Und tatsächlich, wir fanden die Location schnell, nahmen Platz in einem der gerade noch freien Strandkörbe und lauschten neben vielleicht knapp 100 weiteren Gästen, die es sich z. T. auch auf Liegestühlen bequem gemacht hatten. Bevor ich das vergessen: vorne, auf einem Sofa nahm etwas später ein besonderer Ehrengast Platz: eine Lady, die genau heute ihren (aufgepasst!) 97. Geburtstag begehen durfte mit Begleitung. Glückwunsch von hier aus nachträglich! Kaum in Worte zu fassen: siebenundneunzig Jaaahre!!!

Vom Aussehen her hatte ich die dann auftretende Band zunächst für Rocker gehalten. Sie waren jedoch ‚viel sanfter‘, behutsamer in und mit ihren Songs und wurden mir immer sympathischer und kamen gerade vom Vollmondfest am Vorabend in Sassnitz ‚herüber‘! ‚ Für Weltenbummler (schon wieder!) und Zeitreisende‘ schreiben sie auf ihrer Homepage, die Jungs um ihren Boss MICHAEL SCHOCK. Übrigens: wer sie noch nicht kennt, jedoch gerne kennenlernen möchte, hier ist aktuell die beste Gelegenheit: FANTREFFEN im nächsten Monat, am 07./08. September 2019: KIMKOI, QUATSCHEN & LAGERFEUER im SEEPARK bei ESCHWEGE! Sie selbst kommen aus Mühlhausen in Thüringen. Es lohnt sich bestimmt, sich von ihnen über eine akustische Blumenwiese führen zu lassen und dort ein märchenhaftes Storytelling mit zu erleben. Wir haben es getan, allerdings bei Meeresrauschen, sanftem Wellenschlag und einer warmes Abendlicht spendenden Sonne am Horizont. Also, keine Rocker, oder vielleicht doch auch ???

Alles in allem: wunderbar ausgefüllte Tage und hervorragende mit LIVE Music erfüllte Abende Open Air am langen Strand an verschiedenen Plätzen der Binzer Bucht. Sollte man im kommenden Jahr genau so weiterführen! Und als ob das alles noch nicht genug war: am Anleger der SEEBRÜCKE BINZ lag nun schon seit einigen Tagen der Groß-Segler J.R. TOLKIEN aus den Niederlanden vor Anker. Und dazu: man konnte an rund zweistündigen Ausflügen mit diesem historischen Schiff sogar teilnehmen, ggfs. auch spontan. Klasse. Maritimer geht’s ja wohl kaum.

Das alles zusammen hat natürlich das Herz eines Kenners der Musik-Szene erfreut, der hier mal ein wenig weiter über den Tellerrand der ROCK’N’ROLL-, FOLK-, COUNTRY- oder BLUES-Szene hinweg zu schauen gewagt hatte – und das nicht bereut hat, LOL! 

 

*) Haus Colmsee

(Erstveröffentlichung des Beitrags im „COUNTRY-MAG“ unter dem Titel "Musikalische Highlights am Beach der Binzer Bucht")